Posts mit dem Label E. Zimmermann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label E. Zimmermann werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 26. September 2010

Teebaum-Öl wirkt gegen allergische Erscheinungen


Teebaum-Öl wird seit Jahren von diversen Behörden und Politikern misstrauisch beäugt, fast verfolgt und ist immer wieder von Verboten bedroht, weil es angeblich so ein starkes Allergie-Potenzial hat. Das gilt jedoch entsprechend langjähriger Erfahrungen nur für alte/oxidierte und verfälschte Teebaumöle (die leider allzu oft verkauft werden).
In einer aktuellen schwedischen Studie wurde das australische "Wunder-Öl" mit gängigen Hautmedikamenten verglichen, um unangenehme Erscheinungen von allergischen Hauterkrankungen zu mildern. Es musste gegen L-Menthol, Ichthammol, Clobetason-Butyrat, Zinkoxid und auch ein mittelstarkes Kortisonpräparat antreten, um eine Kontaktdermatitis und Juckreiz zu lindern. Obwohl (viel zu hoch dosiert!) Teebaumöl 20- und 50%-ig eingesetzt wurde, konnte es die allergische Dermatitis um 40,5 Prozent reduzieren. Clobetason-Butyrat schaffte 23,5 Prozent Besserung, Zinkoxid schaffte 17,4 Prozent. Ichthammol reduzierte die histamininduzierte Rötung um 19,2 Prozent, Zinkoxid um 18, 5 Prozent, Clobetason-Butyrat um 44,1 Prozent. Histamininduzierter Juckreiz konnte mit keinem der Mitteln beeinflusst werden. Als Schlussfolgerung meint Autorin Joanna Wallengren, dass Teebaumöl ein effektiveres antiekzematisches Mittel zu sein scheint als Zinkoxid und Clobetason-Butyrat. [Wallengren J. Tea tree oil attenuates experimental contact dermatitis. Arch Dermatol Res. 2010 Sep 24.]

Donnerstag, 5. August 2010

Doldenblütengewächse, Apiaceae



An den Wegesrändern erblicken wir derzeit vielerorts zwei wild wachsende Vertreterinnen der "Sellerie-Familie" (Apiaceae), wie die Doldenblütler neuerdings heißen.


Aus der Angelika-Pflanze werden zwei unterschiedliche ätherische Öle gewonnen: das Samenöl und das Wurzelöl. Beide wirken stark immunmodulatorisch ("stärken" das angeschlagene Immunsystem), das Samenöl wirkt besonders schmerzlindernd und das Wurzelöl besonders erdend.


Aus den Samen der wilden Karotte wird ein stark hautregenerierendes ätherisches Öl gewonnen.


Es kann durch das kaum noch erhältliche Mazerat (in fettem Öl eingelegte Karottenwurzeln) verstärkt werden. Die Pflanze erkennt man gut an den sich nach der Bestäubung einrollenden Blütenköpfchen erkennen.

Samstag, 31. Juli 2010

Gaultheria procumbens/fragrantissima - Wintergrün

Auf einem der Ausflüge mit der PAN-Gründergruppe haben wir eine Art des Wintergrüns kennen gelernt. Die heckenartig wachsende (wuchernde) Gaultheria shallon trägt inzwischen ihre leckeren dunkelblauen Beeren, der hellfleischigen Kultur-Heidelbeere übrigens zum Verwechseln ähnlich. Das Blattwerk kennen sicherlich viele von euch als schmückende Beigabe von Blumensträußen.


Die viel kleineren Blättchen des Bodendeckers "Niederkriechende Scheinbeere" (Gaultheria procumbens und G. fragrantissima), vielen Garteninhabern als herbstlich geschmückte rote Beeren tragende Pflanze vertraut, sind der Lieferant für das vielleicht "medizinischste" ätherische Öl, das manche Ölefirmen im Sortiment haben. Es besteht aus bis zu 98 Prozent aus dem schmerzstillenden aromatischen Ester Methylsalicylat, das auf der Haut in eine aspirinartige Substanz umgewandelt wird.


Einprozentig in einem guten fetten Öl ist dieser Duft eine Wohltat bei schmerzenden/entzündeten Muskeln und Gelenken. Dieses Pflänzchen wird zunehmend im Herbst in Gartencentern und Blumenläden als Grabschmuck und Herbstbeete-Verschönerungspflanze angeboten. Es kann sich im Laufe der Jahre in einen schönen Blatt-Teppich verwandeln.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Cryptomeria japonica D.Don - Japanische Sicheltanne

Ein ganz seltenes ätherisches Öl wird aus dem aromatischen Holz oder den Nadeln der Japanischen Sicheltanne gewonnen. "Sichel" weil die ständig herabfallen Zweige wie urtümliche Sicheln geformt sind und auch weil die Nadeln dieses japanischen Riesen-Baumes sichelförmig gebogen sind.


Ich habe einige Studien zur Wirkweise der beiden ätherischen Öle gefunden:
  • An Mäusen mit Prostatakrebsstellte sich heraus, dass ein neu gefundenes Abietan-Diterpen mit dem wissenschaftlichen Namen 6-Hydroxy-5,6-dehydrosugiol (HDHS) ein deutlicher Androgen-Rezeptor-Antagonist ist. Bei einmal täglich 0.5 and 2.5 mg/kg (der Mäuse), 24 lang eingesetzt unterdrückte das ätherische Öl das Tumorwachstum um 22% bzw. 39%, zudem wurde die Apoptose (programmierter Zelltod) der kranken Zellen beschleunigt. Lin FM, Tsai CH, Yang YC, Tu WC, Chen LR, Liang YS, Wang SY, Shyur LF, Chien SC, Cha TL, Hsiao PW. A novel diterpene suppresses CWR22Rv1 tumor growth in vivo through antiproliferation and proapoptosis. Cancer Res. 2008 Aug 15;68(16):6634-42.   
  •  
  • Verschiedene Pflanzenteile der Cryptomeria wurden im Labor auf ihre insektifuge (insektenvertreibende) Wirkung auf Stechmücken (Aedes aegypti und Aedes albopictus) untersucht, der Extrakt der Nadeln war am wirksamsten, daraus wiederum der Hauptinhaltsstoff Terpineol-4 (auch reichtlich in Teebaumöl vorkommend). Gu HJ, Cheng SS, Lin CY, Huang CG, Chen WJ, Chang ST. Repellency of essential oils of Cryptomeria japonica (Pinaceae) against adults of the mosquitoes Aedes aegypti and Aedes albopictus (Diptera:Culicidae).
    J Agric Food Chem. 2009 Dec 9;57(23):11127-33.

     
  • Das ätherische Öl aus den Nadeln der Cryptomeria zeigte eine gute Wirkung gegen antibiotika-resistente Bakterien wie Propionibacterium acnes and Staphylococcus epidermidis, welche bei Akne vorkommen. Yoon WJ, Kim SS, Oh TH, Lee NH, Hyun CG. Cryptomeria japonica essential oil inhibits the growth of drug-resistant skin pathogens and LPS-induced nitric oxide and pro-inflammatory cytokine production. Pol J Microbiol. 2009;58(1):61-8.

Erhältlich ist dieses besondere ätherische Öl beispielsweise bei Maienfelser. Wer Ruth von Braunschweig in der größten Sicheltanne Irlands sitzen sehen möchte, schaue hier.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Ätherische Öle bei Demenzen

Ätherische Öle eignen sich zum einen durch ihre geringe Größe und wegen ihrer Fettlöslichkeit sehr gut zum sanft stimulierenden Einsatz bei demenziellen Erkrankungen. Zudem ist die ‚Außenstelle des Gehirns’, also die Riechschleimhaut mit ihren unzähligen Neuronen, mit den natürlichen Duftstoffe hervorragend zu erreichen. Zwei von Wissenschaftlern bereits untersuchte Ansätze machen die Aromapflege für diesen Bereich besonders viel versprechend:
Die Förderung der zerebralen Durchblutung
Da Duftmoleküle sehr klein und fettlöslich sind, haben sie eine besondere Affinität zu lipidartigen Strukturen wie den Zellmembranen, an welche sie sich anlagern können und beispielsweise Ionenkanäle beeinflussen können (Wink 2005, Teuscher 1990). Manche Bestandteile von ätherischen Ölen durchdringen die Blut-Hirn-Schranke und fördern an unterschiedlichen Stellen die zerebrale Durchblutung (Jäger 1996). Mit modernen bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) kann gezeigt werden, dass Duftstoffe bestimmte Gehirnareale stimulieren, was zu einem gesteigerten zerebralen Blutfluss führt. Dieser bewirkt eine Signaländerung, weil sich das Verhältnis von oxigeniertem und desoxigeniertem Hämoglobin verändert (Heuberger 2009). In einer Studie an acht freiwilligen Probanden – darunter einer Dame, die nicht mehr riechen konnte – wurde gezeigt, dass der Blutfluss im Gehirn nach Inhalation von 1,8-Cineol signifikant erhöht war, ähnlich wie sich bei Tierexperimenten zeigte, dass die Bewegungs-Zentren im Gehirn durch diesen Inhaltsstoff beeinflusst werden (Buchbauer 2003).
Die Inhibition von Acetylcholinesterase
Die ätherischen Öle von Salvia lavandulifolia (Lavendelsalbei, Foto), Salvia officinalis (Salbei), Rosmarinus officinalis (Rosmarin) und Citrus medica (Zedratzitrone) sowie Carvacrol (Hauptinhaltsstoff in den Ölen von Thymian Ct. Carvacrol und Bohnenkraut) und 1,8-Cineol (Hauptinhaltsstoff in den Ölen von vielen Eukalyptusarten, Ravintsara, Myrte Ct. Cineol, Cajeput, Niaouli) üben eine inhibitorische Wirkung auf die bei Morbus Alzheimer zu übereifrige Acetylcholinesterase aus (Rosa 2009 und 2008, Jukic 2006, Savelev 2004, Tildesley 2002, Perry 2002 und 2000). Das führt zu einem Mangel an Acetylcholin und löst viele der typischen Symptome aus. Somit basiert die pharmakologische Wirkung etlicher ätherischer Öle auf dem gleichen Prinzip wie die der gängigen Medikamente.
PS. Die Hinweise zu Studien stammen aus dem Fachbuchbeitrag von Eliane Zimmermann in: Das praktische Handbuch der Demenz, Verlag Forum Gesundheitsmedien, Augsburg 2009

Dienstag, 20. Juli 2010

Winzige Moleküle haben oft das Sagen


In der naturwissenschaftlich-mechanistischen Betrachtung der Welt zählt oft nur die Quantität und nicht die Qualität. Bei Duftstoffen beeinflussen jedoch oft in winzigen Mengen vorkommenden Moleküle den Duft eines ätherischen Öles maßgeblich. Sonst müssten die Öle von Rosenholz und Ho-Blätter mehr oder wenig identisch riechen. Auch Orange, Grapefruit und Mandarine, denn sie enthalten jeweils das gleiche Haupt-Molekül (d-Limonen).
Nach langen Jahren der Beobachtung von seelischen Vorgängen bei sich und ihren KlientInnen kommen manche KollegInnen sogar zum Schluss, dass diese Spuren-Inhaltsstoffe die Hauptverantwortlichen für den beeindruckenden Wohlfühlfaktor in der Aromapflege und -Praxis sein könnten - möglicherweise ähnlich wie Hochpotenzen in der Homöopathie. Was also hat Einfluss auf den Duft?
Viele der bekannten Zitrusöle werden stark durch ihre "Mini-Inhaltsstoffe" beeinflusst (da sie fast alle auf hauptsächlich d-Limonen bestehen, müssten sie sonst zum Verwechseln ähnlich duften):
  • Bitterorange: Decanal 0,1-0,2% und Octanal 00,5-0,25% (beides aliphatische Aldehyde)
  • Süßorange/Apfelsine eine Mix aus bis zu 1,5% an Aldehyden C6-C17 und auch die uns bekannteren Monoterpenaldehyde wie Neral, Geranial (Citral) und Citronellal
  • Zitrone: Citral 1,5-3%
  • Limette: Citral 5-10% und noch ein Stoff in Spuren: 1-Methyl-1,3-hexadien
  • Grapefruit: Nootkaton und 1-p-Menthen-8-thiol in Spuren (jeweils ein stickstoffhaltiges und ein schwefelhaltiges Molekül)
  • Mandarine: Methyl-N-methylanthranilat 0,3-0,6% (stickstoffhaltig) und Thymol 0,02-0,14%
Die unterschiedlichen Anteile an Spuren von Furokumarinen wie Bergapten spielen auch eine Rolle bei den jeweiligen Zitrusdüften. Sie wirken stabilisierend auf das ätherische Öl, ohne diese Anteile wären Zitrusöl noch kürzer haltbar.
  • Bei Rosenölen ist es nicht nur das Rosenoxid sondern auch das 2-Phenylethanol, was den Duft stark prägt.
  • Muskatellersalbei bekommt seinen manchmal nach schmutziger Wäsche riechenden und hormonell ausgleichenden Duft von den 1-2% Sclareol
  • Beim Jasmin-, Orangenblüten- und Champaca-Absolue beeinflussen Spuren des stickstoffhaltigen Fäkalstoffes Indol die Duftqualität, auch das Nerolidestillat enthält sie.
  • Bei etlichen Absolues machen Spuren von Methylanthranilat das wohlig-animalische im Duft aus.
  • In manchen Resinoiden/Harzen und auch in Holzölen erhöhen Spuren des aromatischen Aldehyds Vanillin, welches unsere Wohlfühl-Neurotransmitter in Gehirn und Darm selig stimmt, den Psychofaktor. 
Wahrscheinlich ist das bei noch viel mehr Ölen der Fall, nur bekommt man diese 'Minis' meistens nicht auf den Analysen aufgelistet, denn in der modernen Wissenschaft zählt eben meistens nur die Menge und weniger die winzigen Ferner-Liefen-Substanzen. Sonst müsste Bohnenkraut fast wie Oregano riechen und Balsamtanne wie Riesentanne etc.